Karneval in Aix-en-Provence

Der 28. Februar 2017 war der Auftakt der diesjährigen Saison des Karnevals von Rio de Janeiro, weltweit berühmt seiner typischen Tänze und bunten Kostüme wegen. Dies war jedoch ohne die Leistungen einer Gruppe unbeugsamer Angewandter gerechnet, die für Aufsehen sorgten und die Schau stahlen bei dem unumgänglichen brasilianischen Treffen. “Karneval der Fribaixois: ein unvergesslicher Abend, der sich vor den venezianischen und brasilianischen Veranstaltungen nicht zu verstecken braucht,” lautete die Schlagzeile von La Provence am nächsten Morgen, dem 17. Februar. Und dies aus gutem Grund: an diesem magischen Abend im Zeichen des Karnevals und der Verkleidung schienen sämtliche Voraussetzungen für einen glänzenden Abend erfüllt. Werft einen Blick hinter die Kulissen dieses denkwürdigen Abends, der bei den Teilnehmern ins Gedächtnis gebrannt bleiben wird als „The Party of the Year“ (um uns recht zu verstehen: “Die Feier des Jahres”).

Ab 21 Uhr kommen die ersten Schaulustigen in feuriger Stimmung bei einer kleinen Erfrischung vor der bekannten Aixer Insitution O’Shannon zusammen. Der Zustrom der Schaulustigen, anfangs sicherlich sparsam, jedoch heteroklit (man hat selbst einen Optiker unter den Karnevalsjecken gesichtet; das sagt wohl genug), nimmt im Laufe des Abends mit dem Einzug der Studenten und der Internationalen zu, die fest entschlossen sind, selbst auch mit von der Partie zu sein. Die leidenschaftlichen Diskussionen entflammen noch einmal so richtig, unterbrochen nur durch den unumgänglichen Dialog mit den Teilnehmern des deutsch-französischen Kurses: “Und Du bist also Deutscher, nicht? Und du bist jetzt zweisprachig, doch?” Auf unserem Weg kreuzen wir eine Venezianerin, ein und all Federschmuck und Pailletten, uns verführend in und durch die pittoresken Gäßchen des Venedigs des sechzehnten Jahrhunderts. Aber während das Fest seinem Höhepunkt zusteuert, profitieren einige davon um einen aufsehenerregenden Einzug zu machen, der mehr als einen Teilnehmer vor Neid erblassen läßt: die weltberühmten Birkenstocksandalen, effektverstärkend je nach Geschmack noch mit ihren nicht aus der Mode kommenden weißen oder schwarzen Kniestrümpfen verziert. Der Abend wird fortgesetzt und endet in einer locker-flockigen, den Erfahrungsaustausch bis spät in die Nacht befördernden Atmosphäre, ein unleugbarer Beweis für den Erfolg der gebotenen Vergnügungen. Wer könnte jetzt noch behaupten, die Deutschen wären steif und für keinen Spaß zu haben? Diese Fribaixois überraschen uns wirklich stets aufs Neue.

F.V.

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